tischlein- neck- mich
Psychogramme_2013
Zu den unstillbaren Gelüsten des Menschen zählt die Neu-Gier:  Der Wunsch, Neues zu erfahren, Unvorhergesehenes zu sehen. Wird ihm da nicht genug angeboten, so setzt seine Phantasie ein und füllt die Bedürfnislücken. Er malt sich was aus, bildet sich etwas ein, stellt sich etwas vor.   Ein weiteres Gelüst ist des Menschen Mitteilsamkeit, der Wunsch, Erlebtes, Erfahrenes, Erdachtes mitzuteilen, weiterzusagen. Nicht nur die Sprache teilt mit, sondern auch Körper, Bewegung, Instrument oder die bildende Hand. Sie gehorcht der Phantasie bei der Abbildung der „objects introuvables“, den unauffindbaren Gegen- ständen, den Objekten unseres Vorstellungsvermögens. Nicht darzustellen ist Georg Christoph Lichtenbergs „klingenloses Messer, dem der Griff fehlt“.   Wohl aber: Der Stuhl, der innerhalb einer Tischplatte steht; oder der Tisch mit der Platte weit über Kopfhöhe. Was macht unser Vergnügen an diesen Bildern? Unsere ganz auf Zweckmäßigkeit, Rationalität, Gebrauchsnutzen orientierte Vorstellungswelt kann sich hier erholen und entspannen. Die Garantie „Absolut unbrauchbar“ befreit uns vom Gebrauchsnutzen unserer überstrapazierten Vernunft. Und der Un-Sinn bereitet uns Vergnügen.   Kurt Weidemann
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